{"id":139,"date":"2013-05-21T13:24:19","date_gmt":"2013-05-21T11:24:19","guid":{"rendered":"http:\/\/livemischer.de\/555\/?p=139"},"modified":"2013-05-21T13:24:19","modified_gmt":"2013-05-21T11:24:19","slug":"gesang-und-verstandlichkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/livemischer.de\/555\/gesang-und-verstandlichkeit\/","title":{"rendered":"Gesang und Verst\u00e4ndlichkeit"},"content":{"rendered":"<p>Wie kann man daf\u00fcr sorgen, dass sich der Gesang im Bandgef\u00fcge durchsetzt? <\/p>\n<p>Eigentlich scheint es ganz einfach zu sein, in der Realit\u00e4t ist die gute H\u00f6rbarkeit (oder gar Verst\u00e4ndlichkeit!) des Gesangs h\u00e4ufig problematisch. Ich schreib einfach mal ein paar Tips auf, die man (erstmal grunds\u00e4tzlich genreunabh\u00e4ngig) benutzen kann, um es zu schaffen, dass die Vocals gut durchkommen. Manche der L\u00f6sungen funktionieren mit dem einfachsten Equipment, f\u00fcr manche wird schon etwas mehr ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>Wichtig ist nat\u00fcrlich erstmal: ein vern\u00fcnftiges Mikro, ein zur Stimme passendes <strong>Mikrofon<\/strong>. Auch sollte die <strong>Richtcharakteristik<\/strong> des Mikros zur Technik passen. Vielleicht klingt dann das dynamische Mikro mit der breiten Niere unterm Strich doch ausgewogener und sch\u00f6ner als das superenge Kondensator. Und was ganz klar ist: ein wenig <strong>Volumen<\/strong> sollte die Stimme schon mitbringen!<\/p>\n<p>Oft klingt der Gesang (und Sprache!) viel zu polternd und basslastig. Das liegt h\u00e4ufig am Nahbesprechungseffekt der meisten Gesangsmikros. Was je nach Vokalist solo und beim Gesang noch angenehm und warm klingt, kann bei anderen Passagen, Plosivlauten und im Bandgef\u00fcge massiv st\u00f6ren. Also zuerst mal den <strong>Locut<\/strong> an und ihn ruhig auch mal richtig nach oben ziehen, bis man die fehlenden B\u00e4sse merkt, und dann wieder zur\u00fccknehmen. Vielleicht lohnt es sich, mit dem parametrischen EQ noch zus\u00e4tzlich genau die Frequenz in den B\u00e4ssen zu suchen, die st\u00f6rt, und diese relativ schmalbandig abzusenken. Dadurch klingen die Vocals jetzt weniger bollerig, man spart aber jede Menge Headroom und klarer und verst\u00e4ndlicher wirds auch. Falls man die M\u00f6glichkeit hat, die Subs einzeln (&#8222;Aux-Fed&#8220; o.\u00e4.) anzusteuern, dann kann man die Vocals da ebenfalls rauslassen.<\/p>\n<p>In den Mitten soll der Gesang nat\u00fcrlich schon nach vorne kommen, hier kann man ruhig auch mal mit Boosts arbeiten. ABER aufpassen, dass es nicht zu &#8222;pl\u00e4rrig&#8220; wird! Gut darauf achten, ob bei bestimmen Tonlagen oder Techniken die Frequenzen hier zu \u00fcberbetont klingen. Dann hei\u00dft es: Kompromisse eingehen (weniger boosten, evtl sogar cutten) oder einen sidechainf\u00e4higen <strong>Kompressor<\/strong> einsetzen, und diesen per <strong>EQ\/Key-Filter<\/strong> &#8222;empfindlicher&#8220; f\u00fcr diese Nervfrequenzen machen. Funktioniert daf\u00fcr oft super.<\/p>\n<p>Wie schon in dem Posting weiter unten erw\u00e4hnt eignet sich <strong>Parallelkompression<\/strong> hervorragend dazu, den Gesang auch in leiseren Phrasen &#8222;oben&#8220; zu halten. Durch die Kompression klingt der Gesang eh schon mal dichter, aber durch die verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig geringere Kompression in leiseren Phrasen s\u00e4uft der Gesang auch dann nicht ab &#8211; er wird ja dann praktisch &#8222;gedoppelt&#8220;. Gerne kann man auch mal probieren den Smash-Channel ein bisschen anders zu eqen (z.B. mehr H\u00f6hen). <\/p>\n<p>In den anderen Kan\u00e4len sollte man <strong>Platz f\u00fcr die Vocals schaffen<\/strong>. Das ist vor allem nat\u00fcrlich in den Mitten so zwischen 1k und 4k (und H\u00f6hen?) wichtig. Da gerne schon in den einzelnen Kanal-EQs nicht mit Boosts \u00fcbertreiben. Wenn man sich w\u00e4hrend eines Gigs langweilt kann man ja mal probieren mit dem Mitten-Gain-Knopf die den Gesang st\u00f6rendste Frequenz z.B. der Zerrgitarren live in Gesangspassagen runterziehen. Funktioniert klasse, ist aber anstrengend. <\/p>\n<p>Ich schicke normalerweise alle Instrumente \u00fcber einen Bus, und nehme dort per EQ ein BISSCHEN was von diesen Mitten raus. So 1-3db. Das hilft schon ernorm, um dort f\u00fcr den Gesang zu entr\u00fcmpeln. Was ich zus\u00e4tzlich mache: Kompressor in den Instrumentenbus, und diesen vom Gesang fernsteuern lassen. Das ist ja wohl eine uralte Studiotechnik, klappt live aber auch sehr gut. Man sollte nur echt aufpassen dass die GR nicht \u00fcbertrieben hoch ist (vielleicht auch so 1-3 oder ein paar mehr dB &#8211; sonst ist man ganz schnell beim Radio-DJ-Effekt!) und dass vor allem der Release zum Stil und Songtempo passt. Dieses <strong>Ducking<\/strong> ist sehr praktisch, aber es lohnt sich doch, den Output des Busses per Hand und musikalisch nachzuregeln. Nicht empfehlen w\u00fcrde ich, das Schlagzeug oder andere perkussive Sachen mit in den zu komprimierenden Instrumentenbus zu packen &#8211; dadurch wird das Gesamtbild doch schnell zu unrund und flackerig. <\/p>\n<p>Wer kennt noch andere Tricks? <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie kann man daf\u00fcr sorgen, dass sich der Gesang im Bandgef\u00fcge durchsetzt? Eigentlich scheint es ganz einfach zu sein, in der Realit\u00e4t ist die gute H\u00f6rbarkeit (oder gar Verst\u00e4ndlichkeit!) des Gesangs h\u00e4ufig problematisch. 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