{"id":122,"date":"2013-05-19T11:38:42","date_gmt":"2013-05-19T09:38:42","guid":{"rendered":"http:\/\/livemischer.de\/555\/?p=122"},"modified":"2013-05-24T08:15:08","modified_gmt":"2013-05-24T06:15:08","slug":"eq-fur-den-raum-mit-referenzliedern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/livemischer.de\/555\/eq-fur-den-raum-mit-referenzliedern\/","title":{"rendered":"&#8222;Einmessen&#8220; der PA mit Referenzliedern"},"content":{"rendered":"<p>Nach dem Aufbau und vor dem Soundcheck lasse ich sofern es die Zeit zul\u00e4sst eigentlich immer etwas Musik \u00fcber die PA laufen. Ich habe mir in den letzten Jahren eine Referenz-CD (oder einen Referenzordner) zusammengestellt: darauf befinden sich einige Songs die nicht unbedingt &#8222;perfekte&#8220; (Re-)Produktionen von irgendwas sondern einfach Lieder sind, die ich in- und auswendig kenne und schon Hunderte von Malen geh\u00f6rt habe. So merke ich normalerweise sofort wie Raum UND PA auf die f\u00fcr Rockmusik wichtigsten Frequenzbereiche reagieren und f\u00fchre entsprechende Korrekturen am 31-Band-EQ in der Summe durch. Dabei gehe ich \u00fcblicherweise \u00e4hnlich vor wie beim Einpfeifen von Monitoren: verd\u00e4chtige Frequenz identifizieren, Fader\/Band boosten &#8212; \u00fcberpr\u00fcfen und &#8222;gespiegelt&#8220; unter die Nulllinie ziehen. Das Ganze allerdings eher nach Gef\u00fchl als mathematisch. Ich habe von den Songs Ausschnitte vorbereitet, die praktisch nie l\u00e4nger als 1 Minute laufen. So f\u00e4llt es mir leichter schnell die wichtigen Entscheidungen zu treffen &#8211; ohne dass das Geh\u00f6r erm\u00fcdet, man sich an den Sound gew\u00f6hnt und man endlos hin- und herschraubt bis man jegliche Perspektive verloren hat.<\/p>\n<p>Ich beginne meist mit der Instrumentalversion von &#8222;Nobody Does It Better&#8220; (Nate Dogg). Das ist ein sch\u00f6n smoother aber ziemlich &#8222;breitbandiger&#8220; Track in dem (vom Arrangement) nicht wirklich viel passiert. Meist schau ich zuerst danach wie sich der Bassbereich ab 300hz abw\u00e4rts verh\u00e4lt, dann vielleicht wie die Snare und die Hihats so wirken, dann was die Pads und der Synthie so in den H\u00f6hen so anstellen. Da der Track vom Soundeindruck sehr weich und unaufdringlich ist, f\u00e4llt es eigentlich sofort auf, wenn Frequenzen durch den Raum oder die PA \u00fcberbetont werden.<\/p>\n<p>Weiter mache ich dann mit einem Ausschnitt von &#8222;Colorblind&#8220; (Chroma Key). Hier h\u00f6re ich besonders auf den Gesang. Dieser ist auf der Aufnahme stark gefiltert. Da achte ich darauf, dass er nicht zuu funkger\u00e4tm\u00e4\u00dfig r\u00fcberkommt, oder es gar unangenehme klingelnde Resonanzen etwa im Bereich 400-1600hz gibt. Der ganze Song soll voll und rund wirken.<\/p>\n<p>Weiter gehts dann zu einem Ausschnitt &#8222;The Forgotten Part 2&#8220; von Joe Satriani (Bridge bis einschlie\u00dflich erstes Solo). Die Gitarre sollte richtig sch\u00f6n fett, warm und funkelnd klingen (wenns nicht zu syn\u00e4sthetisch-esoterisch w\u00e4re h\u00e4tte ich &#8222;golden&#8220; gesagt :)). Interessante Frequenzen hier vor allem 1khz-6.4khz. Wenn der Gitarrensound schon stimmt und noch Zeit ist probier ich schnell im Bereich 8k-16k dass die Hihats und Becken nicht zu &#8222;d\u00fcnn&#8220; und &#8222;spitz&#8220; klingen (zu transientenreich). Der H\u00f6henbereich der Snare darf hier ruhig ein bisschen leiden.<\/p>\n<p>Zum Abschluss spiele ich meist den Anfang von &#8222;Monkey Business&#8220; von Skid Row. Nach dem Intro muss der Songeinstieg einen guten Dynamiksprung machen und der erste Schrei darf nicht unangenehmer klingen als er nunmal ist. Wenn <em>irgendetwas<\/em> am Gesamtbild \u00fcber 1khz nicht stimmt wird das in den paar Takten vor der ersten Strophe gnadenlos aufgedeckt. Falls es aber wie ein normal nerviger Hairmetalsong klingt kann das PA-Tuning eigentlich aufh\u00f6ren. <\/p>\n<p>Falls jetzt noch Zeit ist h\u00f6re ich noch ein paar (wechselnde) andere oder auch aktuellere Songs. Sollte mir hier irgendetwas auffallen so behalte ich das meist, oder bereite mir schon mal 1-3 Frequenzen f\u00fcr den (noch deaktivierten!) parametrischen Equalizer der Summe vor. Mit weiteren \u00c4nderungen am Graphic EQ bin ich seehr zur\u00fcckhaltend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem Aufbau und vor dem Soundcheck lasse ich sofern es die Zeit zul\u00e4sst eigentlich immer etwas Musik \u00fcber die PA laufen. 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